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Schweine sind intelligent

Tiere sind oft schlauer als wir vermuten und wahrhaben wollen. Unseren Haustieren wie Hunden und Katzen sprechen wir meistens mehr Intelligenz zu als den sogenannten "Nutztieren". Dabei sind z.B. Schweine genauso verspielt, anhänglich und mitfühlend wie Hunde und besitzen sogar einen noch höheren IQ. Laut Professor Donald Bloom von der Veterinärmedizinischen Abteilung der Cambridge Universität sind Schweine sogar klüger als durchschnittliche dreijährige Kinder. Schweine erkennen ihren Namen, haben ein langes Gedächtnis und sind von Natur aus sehr neugierige Wesen.

In Freiheit führen sie ein sehr komplexes soziales Leben und sind entgegen dem verbreiteten Klischee sehr auf Reinlichkeit bedacht. Sie beschmutzen niemals ihren Schlaf- und Fressplatz, sondern verrichten ihr Geschäft weit davon entfernt. Gelegentliche Schlamm- und Wasserbäder in der Natur dienen lediglich zur Abkühlung und zum Schutz vor Insekten. Wenn man sich bewusst macht, dass auch der Geruchssinn von Schweinen um ein Vielfaches stärker ausgeprägt ist als bei Hunden, wird zumindest ansatzweise deutlich, welche Qualen Schweine in der Massentierhaltung erleiden.

Das alles für einen völlig überflüssigen Gaumenkitzel!!!!!

Ich schreibe diesen Brief ein paar Stunden vor meiner Hinrichtung. Das mag seltsam klingen, weil niemand etwas davon gesagt hat, aber mit der Zeit spürt man das, glaube ich. Vor einiger Zeit kam ich auf die Welt und ich erinnere mich sehr gern an diese Zeit. Ich war eines von fünf Kindern. Wir waren alle gleichzeitig da und meine Mutter hat sich sehr liebevoll um uns gekümmert. Es war eine herrliche Zeit voller Abenteuer. Wir konnten essen, soviel wir sollten, durften den ganzen Tag spielen, alles war friedlich und mittlerweile weiß ich, dass wir ein Privileg hatten. Und dann hat sich von einem Tag zum anderen alles verändert. Wir kamen alle in einen Zug. Die Älteren von uns wussten wohl, was auf sie zukommt. Einige haben sich gewehrt und wir Kleinen standen daneben, als sie einer Kuh alle Beine gebrochen haben. Sie konnte nicht mehr weitergehen und immer wieder schlugen sie auf sie ein und es hat lange gedauert, bis sie in ihrem eigenen Blut erstickt ist. Wir konnten nichts machen - nur stumm zusehen.

Zwei Tage und Nächte kauerten wir in diesen engen Käfigen auf dem Transport. Es war so viel Weinen zu hören. Manchmal verstummte es, wenn jemand aufgegeben hatte. Dann kamen wir an. Und so, wie wir hineingejagt wurden, schlug man uns in eine neue Heimat.

Zwei Brüder von mir hatten es nicht überlebt. Sie sperrten uns in Ställe, die so klein waren, dass es immer mühsam war, sich überhaupt zu drehen und es scherte sich keiner, wer wir waren und zu wem wir gehörten. Von diesem Tag an habe ich nie wieder die Sonne gesehen, nicht den Mond. Ich habe nie wieder den Duft einer Blume genossen, noch die Stimmen der Vögel gehört.

Es kamen meistens drei Männer, haben wahllos in den Stall gegriffen, die Schweine an den Ohren gepackt, an den Beinen und sie hinausgetragen. Jedes Mal haben wir alle zugesehen und uns still verabschiedet. Wenn sich jemand gewehrt hat,, haben sie mit einem großen Hammer auf den Kopf geschlagen, solange, bis sich nichts mehr bewegt hat. Komisch, mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt und waren dankbar für jeden Tag, den man uns gab. Jeder Tag, der eigentlich nichts zu geben hatte. Bloß Warten. Als sie meine Mutter geholt hatten, war es sehr schlimm. Und trotzdem hatte sie noch die Kraft, sich mit einem Blick von uns Überlebenden zu verabschieden. Ich weiß, dass ich meine Mutter wiedersehen werde. Irgendwann, irgendwo; das fühle ich; genauso, wie ich weiß, dass ich nicht mehr lange hier bin.

Brief eines Schweines von Wolfang Edelmayer

Arme Schweine

 

Auch wenn es täglich Informationsströme gibt, habe ich einen Text geschrieben, nachdem ich im Urlaub an einer Schweinemastanlage in der Rhön vorbei lief. Ich musste es auf diesem Wege irgendwie verarbeiten.
Kerstin Wuthenow, Jena

 

 

Schweinemäster-Industrie

Artikel 1 des Deutschen Tierschutzgesetzes,

erster Abschnitt,Grundsatz, §1:

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und

Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Zweiter Abschnitt, Tierhaltung, §2:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend

angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

In industriellen Schweinemastbetrieben geht es um Profitmaximierung

und nicht um das Tierwohl. Deshalb wird damit permanent gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Oder gibt es in Schweinemastbetrieben die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung?

Gehört es zum Wohlbefinden, dass Schweine auf Spaltenböden stehen, durch die die Exkremente fallen und der Ammoniak den Schweinen die Luft zum Atmen nimmt?

Ist es Vermeidung von Schmerzen, wenn männlichen Ferkeln ohne Betäubung die Hoden abgeschnitten werden?

Tiere verletzen sich nicht gegenseitig ohne Grund. Wenn sie nicht verhaltensgerecht gehalten werden, beißen sich z.B. Schweine aus Frust und Langeweile gegenseitig die Schwänze und die Ohren ab.

Und Gelenkentzündungen kommen natürlich über Nacht und haben nichts mit Betonspaltenböden zu tun.

Los geht es damit, dass die Muttertiere nach dem „Abferkeln“ in eine Vorrichtung gesperrt werden, wo noch nicht mal das Drehen des Körpers möglich ist.

Es wurde nachgewiesen, dass in einigen Betrieben die Mickerlinge auf dem Betonboden totgeschlagen wurden.

Bis zu ihrem siebten Lebenstag werden männliche Ferkel durch die Betreiber - nicht durch einen Tierarzt - ohne Betäubung und Schmerzbehandlung kastriert. Dieser Eingriff ist mit erheblichen und lang anhaltenden Schmerzen verbunden.

Dämmerlicht und Dunkelheit in den Ställen sollen dazu dienen, die Tiere ruhig und den Drang nach Bewegung und Aktivität gering zu halten.

Die Sonne sehen die Schweine nur, wenn sie aus dem Stall in den Transporter getrieben werden, um auf den Schlachthof zu fahren.

Dort erleben die Tiere ein Martyrium, das sich jeglichen Vorstellungen entzieht.

Umgeben von dem Geruch nach Blut und Angst sowie den Schreien und verzweifelten Versuchen der Tiere, den Schlachtern zu entkommen, müssen die Tiere hilflos mit ansehen, wie ihre Artgenossen getötet werden. Es ist keine Seltenheit, dass Betäubungen nicht ausreichend sind, so dass die Tiere bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden.

 

Tatsächlich sind Schweine neugierige, einfühlsame Tiere, von denen man annimmt, dass sie über eine Intelligenz verfügen, die über die eines durchschnittlichen 3 Jahre alten Menschenkindes hinausgeht. Sie sind klüger als Hunde und genauso freundlich, loyal und liebevoll. In ihrer natürlichen Umgebung, sind sie sozial, verspielt und beschützend, gehen Beziehungen miteinander ein, machen Betten, relaxen in der Sonne und kühlen sich im Schlamm ab.

Schweine träumen, erkennen ihre Namen, spielen Videospiele besser als manche Primaten und führen ein soziales Leben führen, das so komplex ist, wie man es zuvor nur von Primaten kannte.

 

Noch etwas zur Begriffsklärung: Schweine sind keine Lebensmittel. Wenn Menschen Teile von Schweinen essen, dann sind die Schweine tot. Es sind Leichen. Das hat mit „Lebens“-Mittel nun gar nichts mehr zu tun. Es ist höchstens ein Nahrungsmittel.


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